Seeadler, Kranich und Bienenfresser

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Vogelinsel Vigur Island und Vogelinsel Runde Norwegen, 30.07.17

  • Papageitaucher
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  • Küstenseeschwalbe
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Unsere Urlaubsreise in diesem Jahr führte uns Mitte Juli nach Island. Da Fliegen nicht so unser Ding ist unternahmen wir diese Reise mit einem Schiff. Eigentlich war ich auf Fjorde, Wasserfälle und Geysire - also Landschaftsaufnahmen eingestellt. Doch in den Westfjörden in Isafjördur bot sich uns die Möglichkeit die Vogelinsel Vigur zu besuchen. Die Heimat der Clown`s der Nordmeere - der Papageientaucher.

Nach einer halbstündigen Überfahrt mit einem isländischen "Speedboat" zwischen schneebedeckten Bergen und Gletschern legten wir in Vigur an. Um Papageientaucher zu fotografieren war ich schon einige Male auf der Vogelinsel Runde in Norwegen. Gegenüber Runde ist Vigur geradezu winzig. 2 km lang und 400 m breit, keine felsige Küste oder großartige Erhebung. Dafür sind aber die Papageientaucher und Co. ziemlich schmerzfrei. Und Co. das sind Gryllteiste, Küstenseeschwalben und Eiderenten. Irgendwie war wohl gerade Ebbe und auf den vorgelagerten Felsen der Insel lagen faule Seehunde. Glücklicherweise schien keine Sonne und es gab keinen Schlagschatten. Die Papageientaucher standen mit gefüllten Schnäbeln in ca. 10 m Entfernung auf fotogenen Felsen. Offensichtlich wussten sie welche Fotos die Touris von ihnen gern haben möchten.

Ein örtlicher Vogelführer gab den ca. 30 Touris die mit uns diesen Ausflug gebucht hatten zunächst eine "Einweisung". Da ich nur 1,5 Stunden Zeit hatte setzte ich mich von der Gruppe ab und ließ mich durch meine Frau vertreten. Schließlich wollte ich fotografieren und das möglichst allein und in Ruhe. Der für die Führung vorgesehene Weg war gemäht und man sollte ihn möglichst nicht verlassen, weil rechts und links davon die Küstenseeschwalben ihre Jungen aufzogen.

Jeder Vogelfreund erhielt eine einen Meter lange Holzlatte mit blauen Fähnchen am oberen Ende und nun begann für die 30 Vogelfreunde die Wanderung über die Vogelinsel. Also ca. 30 Touris mit Holzlatte in der Hand liefen über die Insel. Der Humor der Isländer ist genial. Ich war froh, dass ich nicht dazu gehörte, ließ es mir aber nicht nehmen meine Frau dabei zu fotografieren.

Natürlich wollten die Touris für das viele Geld auch was erleben und von einem Abenteuer zu Hause berichten. Die örtlichen Vogelgurus und die Küstenseeschwalben hatten ganz offensichtlich einen Vertrag. Die Küstenseeschwalben erfüllten diesen Vertrag vortrefflich. Ständig flogen sie Scheinangriffe auf die Touris die ihren Jungen eventuell zu nahe kamen. Wer am Eidersperrwerk schon mal den Angriff einer Küstenseeschwalbe erlebt hat weiß, dass sich der Schnabel nicht gleich durch die Schädeldecke bohrt. Aber das war egal. Der Mords­gau­di bei den Touris war groß und die Küstenseeschwalben hatten mal wieder erfolgreich 30 Angreifer verjagt. Alles easy.

Bei einem Stückchen Kuchen und einer Tasse Kaffee in einem der bunten Holzhäuser hatten alle was zu erzählen. Leider verging die Zeit mal wieder viel zu schnell. Das "Speedboat" legte an und es ging zurück auf das schwimmende Hotel.

Vigur ist fototechnisch gegenüber Runde klar im Vorteil. Man ist immer auf der selben Höhe der Tiere. 8000 Exemplare der Papageientaucher wie in Katalogen beschrieben konnte ich allerdings nicht ausmachen. Der Zeitraum Mitte bis Ende Juli ist genial weil da die Jungen gefüttert werden. Island wird für uns bestimmt noch mal zu einem Reiseziel werden, allerdings nicht mit einem Kreuzfahrtschiff.


Blaukehlchen und Gelbspötter - neue Gäste in der Kiesgrube, 17.06.17

  • Blaukehlchen
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  • Gelbspötter
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Das Nest des Blaukehlchens befand sich unmittelbar am Boden in der Wurzel einer umgestürzten Birke. Das angrenzende Stillgewässer in der Kiesgrube war von Schilfröhricht mit Weidenbüschen umgeben. Der Zeitpunkt der 17.06.17 ließ darauf schließen, dass es sich um eine Zweitbrut oder ein Ersatzgelege handelt. Die vier Jungtiere waren schon ziemlich groß und verließen auch nach zwei Tagen das Nest. Die Alttiere waren ständig mit der Fütterung beschäftigt. Unermüdlich brachten sie Zweiflügler, Käfer, Kleinlibellen, Spinnen und Würmer ans Nest. Glücklicher Weise wurde das Nest nicht von Waschbären oder Mardern entdeckt und geplündert. In den letzten Jahren konnten wir hin und wieder mal bei einem Fotoansitz ein Blaukehlchen entdecken. Das war aber äußerst selten der Fall. Das wir in diesem Jahr sogar das Nest eines Blaukehlchens fanden, war ein großes Glück und zeigt wie wichtig die Biotope einer Kiesgrube sind. Um so schöner war es, dass die Blaukehlchen diese Brut auch erfolgreich abschließen konnten.

Einen weiteren seltenen Gast in der Kiesgrube konnten wir Ende Juni entdecken. Es war der Gelbspötter. Ähnlich wie der Bienenfresser trifft der Gelbspötter erst Mitte Mai aus seinem Winterquartier hier ein. Gelbspötter zu beobachten ist relativ schwer denn sie verbergen sich gern im Blattwerk von Bäumen und Büschen. Im dichten Gebüsch sind sie gut getarnt und hüpfen flink von Ast zu Ast. Verraten tun sie sich meistens nur durch ihren Gesang. Anders wie beim Blaukehlchen gibt es beim Gelbspötter nur ein Gelege pro Saison. Das napfförmige Nest befand sich nur 1,5 m über dem Boden in einer Astgabel. Bei den Gelbspöttern wird das Nest vom Weibchen gebaut. Es besteht aus Halmen und pflanzlichen Materialien und ist kunstvoll gestaltet. Im Nest befanden sich vier Jungtiere die von beiden Elternteilen gefüttert wurden. Die Nahrung bestand aus Fliegen, Spinntieren, Ameisen und anderen Insekten. Die Außentemperatur betrug um die 30° C und die Sonne brannte. Nur selten schob sich eine Wolke vor die Sonne und verbesserte so die Lichtverhältnisse. Beeindruckend war, dass ein Alttier bei dieser großen Hitze ständig mit ausgebreiteten Flügeln auf dem Nestrand saß und so den Jungtieren Schatten spendete. Das andere Alttier brachte Nahrung heran und übergab diese dem auf dem Nestrand sitzenden Alttier. Von dem wurde es gerecht an die vier Jungtiere verteilt. Auch diese Brut war erfolgreich. Die Jungtiere verließen nacheinander das Nest und wurden auch außerhalb von den Alttieren weiter mit Nahrung versorgt.

Ich möchte mich auf diesem Weg ganz herzlich bei meinem Freund Helmut Massny aus Leipzig bedanken. Seine ornithologischen Kenntnisse und Erfahrungen sind einzigartig und machten diese tollen Erlebnisse und Aufnahmen erst möglich.


Wiedehopf - Stinken wie ein Wiedehopf, 29.05.17

  • Wiedehopf
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"Riechen sie mal an der Brutröhre". Die Naturpark Rangerin vom Niederlausitzer Landrücken lächelte. Ein Geruch von verfaulten Fleisch zog durch meine Nase. Buuh das hatte ich nicht erwartet. Aber irgendwie hatte ich das Sprichwort "Du stinkst wie ein Wiedehopf" schon mal gehört. Jetzt konnte ich damit auch etwas anfangen. Außerdem hörte ich auch ein leises Zischen und bevor mir eine Ladung Kot entgegen flog zog ich mich schnell zurück. In der künstlichen Brutröhre befanden sich sechs junge Wiedehopfe die bereits beringt waren und unmittelbar vor dem Ausflug standen. Es war der 29. Mai und die Wiedehopfe standen voll im Zeitplan. Die Chancen für eine zweite Schachtelbrut standen gut.

Das offene Gelände der ehemaligen Bergbaulandschaft mit einer schütteren Pflanzendecke zur Bodenjagd, ist ein ideales Biotop für den Wiedehopf. Das Gebiet mit Kiefern, Triften und Wiesen die an einen lichten Waldrand angrenzen wurde deshalb auch zum Naturschutzgebiet erklärt. Der Bestand der Wiedehopf Brutpaare in Deutschland wird auf 400 geschätzt. Er steht auf der Roten Liste der gefährdeten Brutvögel in Deutschland. Schön, dass die in Brandenburg getroffenen Naturschutzmaßnahmen, wie die Bereitstellung künstlicher Brutröhren vom Wiedehopf so gut angenommen werden.

Ein 6-facher Nachwuchs verlangt nach viel Nahrung. In regelmäßigen Abständen brachten die beiden Alttiere Raupen, Larven, Engerlinge und vor allem Maulwurfsgrillen zur Brutröhre. Die Fütterung erfolgte fast geräuschlos. Keine Ankündigung der Alttiere, kein Geschrei der Jungtiere wie zum Beispiel beim Specht. Die Geschlechter der Alttiere konnte ich nicht unterscheiden. Beide hatten die gleiche Größe und auch farblich gab es keinen Unterschied. Einer der beiden war beringt. Nur ein einziges Mal waren beide Alttiere gleichzeitig an der Brutröhre. Leider versagte da mein Autofokus und es gelang kein scharfes Bild.

Die Nestlinge und das brütende Weibchen sind Fressfeinden und Eindringlingen nicht hilflos ausgeliefert. Wenn Zischen und Fauchen nicht helfen wird dünnflüssiger Kot verspritzt, und zwar gezielt. Außerdem wird bei Erregung eine dunkelbraune Flüssigkeit in der Bürzeldrüse erzeugt der ein ekelerregender Aasgeruch entströmt. Mader, Waschbären und Katzen werden so erfolgreich abgewehrt. Daher die Redewendung "Stinken wie ein Wiedehopf".

Ich glaube es ist nicht vielen Menschen hierzulande vergönnt einen Wiedehopf zu Gesicht zu bekommen. Ich möchte mich deshalb ganz herzlich bei Frau Wodacha bedanken die seit vielen Jahren mit großem Engagement die Kartierung der Wiedehopfe in dieser Region realisiert. Sie hat für mich die Genehmigungen bei der uNB und der LMBV eingeholt und mir so diesen wunderbaren Ansitz ermöglicht. Vielen Dank und weiterhin viel Erfolg in Ihrer Arbeit die dem Schutz des Wiedehopfes dient.


Säbelschnäbler - Ein Tag bei den Säbelschnäblern, 15.05.17

  • Säbelschnäbler
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Ich fuhr durch eine wunderschöne Landschaft. Grüne Wiesen von Gräben durchzogen, ab und zu ein Bauernhof, Kühe, Schafe und vor allem alles schön flach, Nordfriesland eben. Es war 7°° Uhr und ein leichter Nebel lag noch auf den Wiesen. Fünf Autostunden lagen hinter mir und ich hatte mein Ziel, Dank Karin`s guter Beschreibung, schnell gefunden. Eine Naturschutzstation in der Nähe des Eidersperrwerkes. Die drei Beobachtungshütten waren von der Straße aus gut sichtbar. Vom Parkplatz aus war es nicht weit. Der Weg zu den Hütten führte über eine Schafskoppel. Rechts und links des Weges waren hohe Wälle, so dass man unbemerkt die Beobachtungshütten erreichen konnte. Ideal angelegt und zu meiner Freude war ich der Erste und Einzige. Ich inspizierte zuerst die rechte und die hintere Hütten. Sie waren teilweise an Wasserflächen gelegen und boten Platz für ca. 20 Personen. Hier waren Profis am Werk. Selbst im Bodenbereich befanden sich Aussichtsluken die ein Fotografieren unmittelbar über der Wasseroberfläche ermöglichten. Aber mein Ziel war die linke Hütte, denn nach Karin´s Beschreibung befanden sich dort die Säbelschnäbler. Als ich eintrat bemerkte ich, dass alle Aussichtsluken geöffnet waren. Rauchschwalben flogen ein und aus und bauten in der Hütte ihre Nester. Auf Schildern wurde aus diesem Grund darum gebeten, die Luken immer geöffnet zu lassen. Ein erster Blick auf die davor liegende Fläche übertraf all meine Erwartungen. Hinter einem schmalen Graben befanden sich ca. 80 Säbelschnäbler. Die Hälfte davon saß noch auf den Nestern. Der kürzeste Abstand betrug ca. 10 m. Die Fotoausrüstung war schnell aufgebaut.

Um 9°° Uhr traf dann auch Karin ein. Sie war letztes Jahr in meinem Bienenfresserversteck und hatte mir versprochen mir mal "ihre" Säbelschnäbler zu zeigen. Sie stand mit der Naturschutzstation in telefonischer Verbindung und wusste deshalb, dass die ersten Jungen schon geschlüpft waren. Eigentlich waren es keine Nester, sondern nur kleine Mulden auf der kurzgrasigen Fläche in denen sich die Eier befanden. Der Nebel löste sich schnell auf und die warmen Sonnenstrahlen lockten die jungen Säbelschnäbler aus ihren Nestern. Die jungen Säbelschnäbler werden nicht gefüttert sondern suchen sich unter der Aufsicht der Alttiere ihr Futter selbst. Sie können auch schon schwimmen und tauchen. Hin und wieder müssen sie zum Aufwärmen, dem sogenannten Hudern. Ein Alttier hockt sich hin und die jungen Säbelschnäbler stellen sich in das wärmende Bauchgefieder der Alttiere. Ziemlich lustig, wenn dann 2 oder 4 Beine aus dem Bauch heraus ragen. Aber gar nicht lustig wird es, wenn die kleinen Reviere von Eindringlingen betreten werden. Egal ob Stockente, Rotschenkel oder eigene Artgenossen alles wird sofort verprügelt. Die kleinen Säbelschnäbler legen sich bei solchen Situationen ganz flach auf den Boden und warten bis sich die Lage entspannt hat.

Um 14°° Uhr lud mich Karin zum Mittagessen in eine Fischbude am Eidersperrwerk ein. Die Krabben waren einfach köstlich und das Bier mit dem Klick verlangte nach einem Mittagsschlaf. Aber dazu war keine Zeit denn auf dem Sperrwerk befanden sich zwei Kolonien. Links die Kolonie der Lachmöwen und rechts die Kolonie der Küstenseeschwalben. Die Küstenseeschwalben waren gerade in Balzstimmung und da ging es natürlich zur Sache. Das musste natürlich auch im Bild festgehalten werden. Das Abendlicht versuchten wir noch bei den Säbelschnäblern auszunutzen. Bei der Rückfahrt am nächsten Tag machte ich noch einen Abstecher zum Duvenstedter BrookHus. Dort findet im August meine nächste Ausstellung statt.

Ich möchte mich auf diesem Weg ganz herzlich bei Karin Pauly aus Hamburg bedanken. Sie ist der Naturfotografie genauso wie ich und viele andere verfallen. Von ihr habe ich sehr viel über das Leben der Säbelschnäbler erfahren. Ich finde es schön, wenn sich Naturfotografen so ergänzen. Sie suchte die Bienenfresser und ich die Säbelschnäbler und irgendwie hat man sich gefunden.


Wasseramsel - Bruterfolg bei den Wasseramseln, 24.04.17

  • Wasseramsel
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Seit November beobachte ich ein Wasseramselpärchen in der Sächsischen Schweiz. Im Herbst sind es die bunten Blätter die im Wasser treiben und im Winter sind es vereiste Äste und Steine die wunderschöne Motive zulassen. Die beiden sind ziemlich "schmerzfrei" und offensichtlich haben sie sich an die vielen Touristen und Wanderer gewöhnt. Wenn man ihr Jagdrevier kennt und sich ruhig verhält kommt es vor, dass sie sich bis auf vier oder fünf Meter nähern und nur mit der Jagd beschäftigt sind.

Bei einem Besuch am 1. März musste ich aber lange suchen, um die beiden zu finden. Sie waren sehr beschäftigt, denn sie bauten ein Nest. Ungefähr 500 Meter von ihrem Jagdrevier entfernt befand sich eine steile Felswand die einige Spalten und Risse besaß. Das Nest befand sich in einem Felsspalt und war schon fast fertig. Außerdem war es ziemlich sicher gelegen. Ständig trugen sie Nistmaterial dort hinein. Ich wollte sie dabei nicht stören und verließ nach ein paar Bildern schnell wieder den Standort. Glücklicherweise waren zu dieser frühen Stunde auch keine Wanderer unterwegs und so blieb der Standort einigermaßen geheim. Nun begann das große Rechnen. 10 Tage brauchen sie für den Nestbau, 18 Tage wird gebrütet und ungefähr 25 Tage werden die Jungen im Nest gefüttert. Ab dem 20. April war also damit zu rechnen, dass die jungen Wasseramseln das Nest verlassen würden. Fototechnisch sind die ersten drei Tage am interessantesten. Die Jungtiere betteln und werden noch intensiv vo den Alttieren mit Futter versorgt. Nach drei Tagen beginnen sie schon selbst zu jagen und sind nicht mehr so sehr auf die Fütterung durch die Alttiere angewiesen. Die Alttiere beginnen dann schon mit dem zweiten Nestbau.

Bei einer Stippvisite am 11. April konnte ich feststellen, dass sie intensiv am Füttern waren und offensichtlich alles in Ordnung war. Ich wartete noch ab bis die Osterferien zu Ende waren und fuhr am Montag den 24. April zu meinen beiden Freunden. Am Nest war alles ruhig, keine Wanderer zu sehen aber auch keine Wasseramseln. Nun begann das Suchen. Aber schon nach 200 Meter hatte ich sie gefunden. Sie hatten voll zu tun. Zwei junge Wasseramseln forderten ihre ganze Aufmerksamkeit. Die beiden Jungtiere waren an ihrem noch nicht so ausgeprägten Federkleid deutlich zu erkennen. Sie verfolgten ihre Eltern auf Schritt und Tritt und bettelten ständig um Futter. Es machte einen riesen Spass die vier zu beobachten und ich nahm mir auch entsprechend viel Zeit, denn ich wusste, dass die Jungen sehr schnell selbständig werden. Schon drei Tage später gingen sie ihre eigenen Wege. Sie jagden selbst und ihre Eltern waren schon mit dem zweiten Nestbau beschäftigt. Der nächste interessante Tag wird wohl der 19. Juni werden.


Schellente - Die Balz der Schellenten, 02.03.17

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Das Licht war perfekt nicht zu grell und kaum Wind. Schauspieler waren auch viele da. Grünfinken, Stieglitze, Kernbeißer, Stare, Meisen und Spechte. Alle stürzten sich auf das Futter, welches in kleinen Näpfen die hinter Ästen und bemoosten Bäumstümpfen befestigt waren, angeboten wurde. Mein Freund Peter bat mich sein Kleinvogelversteck, wärend er 14 Tage im Urlaub war, zu versorgen. Hab ich natürlich gern gemacht und saß nun drinn, in der Hoffnung ein paar gute Aufnahmen machen zu können. Eine halbe Stunde war vorbei und ich schaute mir die ersten ca. 50 Bilder an. Meine ausgeglichene freudige Stimmung kippte jäh um. Mindestens jeder zweite Vogel trug einen Ring. Im Geiste sah ich wie Peter am Sonnenstrand mit einem Drink auf seiner Liege lage und sich kaputt lachte. Peter ist Vogelberinger. Jedes Jahr Ende Juli kommt er in "meine" Kiesgrube und beringt die jungen Bienenfresser. Das tut mir immer in der Seele weh. Ich halte nicht viel davon aber irgendwie kommt man damit auch an wissenschaftliche Erkenntnisse. Für mich haben diese Tiere aber nicht mehr viel mit Wildlife zu tun, weil sie schon mal durch Menschenhand gegangen sind. Dass auf Peter`s Grundstück jeder Vogel beringt ist hätte ich mir denken können. Nun ja mein Fehler. Also begann ich meine Fotoausrüstung zusammen zu packen. Das Versteck war an einer Wasserfläche gelegen. Ich schaute noch mal hinaus und wollte gehen. Da sah ich ein Schellentenpärchen das direkt auf mein Versteck zu schwamm. Normalerweise bewerben sich immer zwei bis drei Erpel um ein Weibchen. Diese beiden waren aber allein und genossen die Ruhe. Der Erpel im schönsten Brautgefieder war in Balzstimmung. Ständig warf er seinen Kopf nach hinten der Schnabel stand senkrecht und zeigte gen Himmel. Ich beneidete ihn um diese Beweglichkeit. Das ging bei mir schon lange nicht mehr. Offensichtlich gefiel das auch den Weibchen, denn sie nahm eine seltsame Haltung ein. Sie legte ihren Kopf ganz flach auf das Wasser. Ihr Hinterteil kam dadurch sehr weit aus dem Wasser heraus. So umkreiste sie ihren Erpel. Doch ein Schellentenerpel ist sehr eitel. Er tat so als würde er dass überhaupt nicht bemerken. Er tauchte seinen Kopf noch ein paar mal ins Wasser, streckte sich und putzte sein Gefieder. Urplötzlich aber richtete er sich auf und stürmte auf seine Perle los, um den Liebesakt zu verrichten. Mit seinem Gewicht drückte er die arme Ente unter Wasser. Das arme Ding hatte also submarinen Sex. Aber er war ja Gentleman, schnappte mit seinem Schnabel nach ihren Kopffedern und zog ihren Kopf aus dem Wasser, damit sie nicht ertrinkt. Zur Wiederbelebung drehte er sich mit ihr noch zwei mal um die eigene Achse und ließ sie dann los, um in aufrechter Heldenpose davon zu schwimmen.

Es war ihm eine Ehre. Die Kamera hatte ich auf Filmmodus eingestellt und darüber war ich sehr froh. Eine Schellentenkopulation in bewegten Bildern ist schon was besonderes. Glücklicherweise kam kein weiterer Erpel hinzu und so kam ich nach einer Stunde auch noch zu meinen Fotos. Er gab sich ein zweites Mal die Ehre.


Mäusebussard - Kampf der Mäusebussarde, 14.01.17

  • Mäusebussard
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Mein Wunsch für den Januar war Schnee. Endlich mal Fotomotive im Schnee und am 13. Januar war es soweit. Eine SMS signalisierte 30 cm Neuschnee in Meck-Pomm. Also schnell alle Termine umverlegt und ab ging es. Start 4°° Uhr die Autobahn frei und ab Berlin der erste Schnee. Ankunft 7°° Uhr bei -8°C richtig schöner Pulverschnee und der Ansitz war sogar leicht beheizt. Wetter.de sagte perfekte Lichtverhältnisse voraus und so kam es dann auch. Ein wunderschöner Sonnenaufgang tauchte alles in einem rötlichen Schimmer. Bäume, Sträucher und Gräser waren mit Rauhreif belegt, der sich auch lange Zeit hielt. 25 m vor mir das Verkehrsopfer "Bambi". Aber leider waren nur wir zwei im jetzt und hier. Nach zwei Stunden, der rötliche Schimmer war verblasst und der Rauhreif Opfer der Sonnenstrahlen, da plötzlich ein Lebewesen, eine Elster. Nach einer halben Stunde waren es sogar fünf. Nun ja schöne Vögel, aber die gibt es auch in Leipzig. Ok, da liegt kein Schnee. Aber eigentlich sollten Seeadler vorbei schauen. Auf die warte ich schon seit fünf Jahren vergeblich und deshalb sind sie für mich auch abgehakt. Eine Legende halt. Doch da der nächste Höhepunkt eine Nebelkrähe und im Abstand von 50 m zwei Rehe. Wau, man muss auch solche Momente genießen. 12°° Uhr, Mittagessen mit Gemüsebrühe und zwei Brötchen. Langsam steigt die Kälte hoch. Die Natur macht Mittagsschlaf und ich nicke auch ein. Kein Flugzeug-, Straßenbahn- und Autolärm was gibt es schöneres? Schon deshalb hat sich die Reise gelohnt. 14°° Uhr, ein bekannter Ruf riß mich aus meinen Seeadlerträumen. Ein Mäusebussard interessierte sich für "Bambi". Die blöde Nebelkrähe vertrieb aber den Mäusebussard. Doch plötzlich waren es drei Mäusebussarde. Nun verzog sich die Nebelkrähe. Jetzt nach sieben Stunden warten ging es endlich zur Sache. Drei Mäusebussarde prügelten sich um "Bambi" obwohl "Bambi" für alle drei gereicht hätte. Das Schöne war, dass sie ihre Prügelei außerhalb von "Bambi" verlegten. Dort war noch frischer Neuschnee der wunderbar aufwirbelte. Ich hoffte nur, dass mein Autofocus schnell genug war. Einer der beiden hob die Flügel und stand da wie ein Erzengel. Der andere stürmte gegen ihn an und der Schnee wirbelte auf. Ich hielt den Auslöser ständig gedrückt in der Hoffnung, dass wenigstens ein Bild scharf sein würde. Es waren nur Sekundenbruchteile, beide verließen sofort unverletzt den Kampfplatz. Der dritte Mäusebussard hatte "Bambi" nun ganz für sich allein. Drei Elstern schauten ihn beim Fressen zu. Mir war auf einmal ganz warm. Einen Moment zögerte ich noch, doch dann war mir klar, dass nichts spektakuläres mehr folgen würde. Jetzt schaute ich mir die aufgenommenen Bilder an. Und da war es. Das heimlich erhoffte Bild war rattenscharf. Ein Jubelschrei verließ das Fotoversteck und verjagdte MB 3 und die drei Elstern. Jetzt war trotz Kälte der Zeitpunkt für ein "Wernesgrüner" gekommen. 4,9 % Alkohol ließen wieder Ruhe und Sachlichkeit zu. Bis 16°° Uhr war ich mit "Bambi" wieder allein. Danach packte ich alles zusammen und stapfte einen Kilometer bis zu meinem Auto durch eine verschneite, wunderbare und menschenleere Landschaft. Acht Rehe schauten mir dabei zu. Und da kam er wieder, mein Traum, meinen Lebensabend mal hier in Meck-Pomm verbringen zu dürfen.


Rote Röhrenspinne - Spinnenwelt der Dübener Heide, 22.09.16

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  • Marmorierte Kreuzspinne

Im Spätsommer diesen Jahres bekam ich die Möglichkeit mit einem Experten die Welt der Spinnen in der Dübener Heide zu erkunden. Im Presseler Heidewald und Moorgebiet gingen wir auf die Suche. Überrascht war ich über die riesige Artenvielfalt. Bis zu 400 Spinnenarten kommen hier vor. Sogar die äußerst seltene und streng geschützte Rote Röhrenspinne gibt es hier. Vier runde schwarze Flecken zieren den roten Hinterkörper der Männchen. Sie lebt in Röhren im Erdboden. 2014 entdeckte man in diesem Gebiet die nachtaktive Dornfingerspinne. Diesem Neuankömmling sollte man mit Vorsicht begegnen, denn ein Biß ist ziemlich schmerzhaft aber nicht giftig.

Die Wespenspinne war mir zwar bekannt aber einen Kokon in dem der Nachwuchs der Wespenspinne heran wächst hatte ich noch nicht gesehen. Die Größe der Gerandeten Jagdspinne war auch beeindruckend. Ihre Schwesternart die Moorjagdspinne bekamen wir allerdings nicht vor die Linse. Dafür die Vierfleck Kreuzspinne mit ihren meist kugeligen Hinterleib der farblich enorm variabel sein kann. Deutlich zu erkennen sind aber immer die namengebenden weißen Punkte entlang des hellen Mittelbandes ihres Hinterleibes. Im Gegensatz zur bekannten Gartenkreuzspinne hält sich die Vierfleck Kreuzspinne fast nie in der Netzmitte auf und wird daher viel seltener bemerkt.

Wir fanden auch zwei wunderschöne Exemplare der Marmorierten Kreuzspinne. Die eine hatte eine sehr schöne rötliche Färbung mit tollen Zeichnungsvarianten und die andere einen fast einfarbig zitronengelben Hinterleib mit einem sich klar abgrenzenden schwarzen Fleck. Neben der Grünen Huschspinne, die ich vorher auch noch nie gesehen habe, faszinierte mich vor allem die winzige Springspinne. Das war eine echte Herausforderung für die Makrofotografie und machte riesigen Spaß. Man könnte denken sie sei nicht von dieser Welt. Die großen Augen auf dem runden schwarz weißen Kopf wirken irgendwie außerirdisch, aber wunderschön. Sie ist unheimlich schnell, bewohnt Wiesen vor allem in feuchten Lebensräumen und kommt in ganz Europa vor.

Der Höhepunkt dieser Spinnen-Exkursion folgte aber noch. Wir hatten das Glück und konnten die Häutung einer männlichen Gerandeten Jagdspinne beobachten. Spinnen wie auch Insekten verfügen über ein starres Exoskelett das nicht mitwachsen kann. Um wachsen zu können müssen sich Spinnen deshalb Häuten. In ihrer Entwicklungsphase geschieht dies bis zu acht mal. Die letzte Häutung wird auch Reifehäutung bezeichnet. Danach wechseln Spinnen, wenn sie mehrjährig sind nur noch einmal im Jahr ihr Exoskelett. Wir waren sehr froh, dass wir ein so seltenes Naturereignis miterleben durften und versuchten so viel wie möglich im Bild festzuhalten. Die äußeren Gegebenheiten wie Licht und Wind waren auch perfekt.

Es waren sehr lehrreiche Stunden im Presseler Heidewald und Moorgebiet. Ich möchte mich auf diesem Wege ganz herzlich bei meinem Freund Andreas Selbmann aus Eilenburg bedanken, der mich mit nahm in seine Welt der Spinnen.


Gottesanbeterin - Die Gottesanbeterin vom Geiseltalsee, 12.09.16

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Die liebe, der Natur verbundene Hobbyfotografin Kathleen Kantzke erzählte uns, dass sie am Geiseltalsee Gottesanbeterinnen entdeckt hatte. Zunächst reagierten wir etwas skeptisch, denn eigentlich kannten wir diese tollen Geschöpfe nur aus dem Mittelmeerraum. Aber eine Recherche im Internet ergab, dass es bereits 2004 einen ersten Nachweis dieser Tierart am Geiseltalsee gab. Eine Expertengruppe aus Berlin war 2012 auch erfolgreich und entdeckte einige Exemplare. Wie Gottesanbeterinnen an den Geiseltalsee gelangten, darüber gibt es verschiedene Vermutungen. Die einen sehen dies als Folge des Klimawandels, die anderen glauben das Eigelege mit einer Lieferung von Rebstöcken hierher gelangten. Aber egal, unser Interesse war geweckt und wir wollten uns der Sache mal annehmen.

Das beschriebene Arial war so groß wie ein Fußballfeld. Die Vegetation war für Gottesanbeterinnen wie geschaffen, Halbtrockenrasen, Sträucher und noch einige Blütenstände. Das passte alles. Aber wir waren zu zweit. Insgesamt also vier Augen die auf diesem großen abschüssigen Gelände in dem Gestrüpp nach einer 5 bis 7 cm großen, gut getarnten Exotin suchten. Es war früher Vormittag und nach einer Stunde erfolgloser Suche war die erste Euphorie schon verflogen. Es folgte eine Pause. Wir putschten uns noch einmal auf und konzentrierten uns auf typische Bereiche. Tatsächlich nach 90 Minuten der erste Treffer. Unglaublich die perfekte, der Umgebung angepassten Haltung, regelrecht majestätisch. Nun hatten wir diesen Anblick verinnerlicht und konnten noch weitere Exemplare ausmachen. Auch in den folgenden Tagen wurden wir immer fündig. Teilweise immer vier bis fünf Stück. Hinzu kam, dass es nicht nur grüne sondern auch braune Gottesanbeterinnen gab. Am aktivsten waren sie in den späten Nachmittagsstunden. Leider gab es Anfang September nicht mehr viele Blütenstände. Aber die Verbliebenen wurden von den Exoten genutzt. Die Blüten waren regelrechte Ansitzposten. Viele Hummeln und andere Insekten flogen diese Blüten an, nicht ahnend welche Gefahr da auf sie warten würde. Interessant war auch, dass die Gottesanbeterin nicht sofort zu schlug sondern erst wartete bis eine Hummel längere Zeit auf der Blüte verbrachte. Auch nicht jeder Angriff war von Erfolg gekrönt. Teilweise konnten sich die Hummeln aus den mit Widerhaken besetzten Fangarmen der Gottesanbeterin befreien. Aber in den meisten Fällen schlugen diese perfekten Waffen erbarmungslos zu. Es gab kein Entrinnen. Nicht nur Hummeln und Bienen auch Heuschrecken wurden Opfer der Gottesanbeterin. Es waren unglaubliche Momente die wir in Film und Bild festhalten konnten.

Gottesanbeterinnen legen ihre Eier in Kokons in denen der Nachwuchs überwintert. Diese Kokons bleiben bei Temperaturen bis zu -40 °C erhalten. Für das Gebiet Geiseltalsee, dass im Regenschatten des Harzes liegt also kein Problem. Ein eventueller Nachwuchs würde den Winter bestimmt überstehen. Trotz intensiver Suche konnten wir aber keinen Kokon entdecken. Dazu fehlt es uns dann wahrscheinlich doch an Erfahrung. Aber egal sollten wir im nächsten Jahr wieder die Möglichkeit haben diese Exoten dort beobachten zu dürfen, um so schöner.

Sicherlich gehört die Gottesanbeterin nicht in unsere Breitengrade. Aber letztendlich sind wir Menschen daran Schuld, dass diese Tiere hier ansässig wurden. Einerseits durch globale Maßnahmen und Einschleppung und andererseits durch Klimaveränderungen. Wie die Gottesanbeterin unsere heimische Artenvielfalt und Fauna beeinflussen wird, das werden wir sehen. Sollte es zu Problemen führen dann sind wir glaube ich gerüstet, denn wie heißt es schon seit langem, "wir schaffen das".


Bienenfresser - Die Bienenfresser sind zurück, 18.05.16

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Bereits mitte April haben wir die Abbruchkanten senkrecht abgestochen und sämtliche Pflanzen und alte Wurzeln entfernt. Neue Ansitzäste wurden in die Wand getrieben und eigentlich war alles fertig. Dann kam das große Warten. Im letzten Jahr trafen unsere bunten Freunde am 11. Mai ein, aber in diesem Jahr ließen sie auf sich warten. Sicherlich war auch das kühle Pfingstwetter daran schuld. Erst am 18. Mai war ihr markanter Ruf zu hören und wir freuten uns, daß es wieder ein paar mehr als im letzten Jahr waren die den Weg in diese Kiesgrube gefunden haben. In der ersten Woche ist erst einmal nach der langen Reise chillen angesagt. Dabei kann man manchmal 4 bis 6 Bienenfresser beobachten die friedlich auf einem Ast sitzen. Die gefangenen Bienen und Libellen werden zunächst selbst verspeist. Nach 14 Tagen finden sich die ersten Paare und diese verteilen sich auf die verschiedenen Abbruchkanten in der Kiesgrube. Man kann beobachten wie Brautgeschenke übergeben werden und hin und wieder kommt es zu einer Kopulation. Mit Hingabe wird an der meist neuen Brutröhre gebaut die bis zu 1,5 m tief in die Abbruchwand getrieben wird. Ab mitte Juni kehrt Ruhe ein. Es wird gebrütet. Beide Alttiere wechseln sich dabei ab. Meist sind es 5 bis 7 Eier. Nach 20 Tagen schlüpfen die Jungen. Dann geht es wieder rund, denn die Jungen haben Hunger. Ein geschäftiges Treiben kann man wieder an der Abbruchwand beobachten. Auch Bienenfresser die kein eigenes Gelege hatten beteiligen sich an der Aufzucht der Jungen. Ende Juli ist es dann soweit, der Tag für die Beringung der Jungtiere wird festgelegt. Meist wiegen sie dann um die 60 Gramm und verlassen zwei bis drei Tage danach die Brutröhre. Ich bin schon gespannt wieviele Jungtiere es in diesem Jahr sind und ob der Trend der Anzahl der Jungtiere nach oben zeigt.

Für mich beginnt der Sommer mit dem Eintreffen der Bienenfresser. Ein wunderschöner Moment, wenn ich ihre Rufe höre und feststelle, daß es wieder so viele wie im letzten Jahr sind.

Auf diesem Wege möchte ich mich ganz herzlich bei der Geschäftsleitung der Kiesgrube und ganz besonders bei Herrn Böhme bedanken, daß er gemeinsam mit der unteren Naturschutzbehörde Merseburg dafür gesorgt hat, daß diese Abbruchkanten nicht wieder renaturiert werden und somit für die Bienenfresser erhalten bleiben. Schön, daß es noch Menschen gibt, denen der Erhalt der Natur wichtiger ist als Profitstreben.


Kranich - Kranich Schlupf, 03.05.16

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Der Abstand zum Nest betrug 28 Meter. Es war wunderbar gelegen auf einer Insel, umgeben von Wasser in einem Erlenbruch, wie im Märchenwald. Ringsherum stieg das Gelände an ähnlich wie in einem Krater. Dadurch war es gut und übersichtlich zu kontrollieren. Einen besseren Standort für ihr Nest hätten sich die beiden Kraniche nicht aussuchen können. Es war ein erfahrenes Paar, das schon oft hier gebrütet hat. Im Nest lagen zwei große Eier. Risse und zwei kleine Löcher deuteten darauf hin, dass der Schlupf unmittelbar bevorstand. Nachdem ich das Versteck bezogen hatte, verließ der verantwortliche Naturpark Ranger auffällig die Umgebung. Kurze Zeit später begab sich ein Kranich wieder an das Nest, immer und ständig die Umgebung kontrollierend. Mit seinem Schnabel drehte er die Eier vorsichtig und ließ sich dann darauf nieder. In den folgenden acht Stunden passierte nicht viel. Hin und wieder stand er auf, um sich in einer anderen Position auf dem Nest nieder zu lassen. Ständig kontrollierte er die Umgebung und den Luftraum. Ein unmittelbar am Nest vorbei gehendes Reh störte ihn überhaupt nicht. Dann gab es Momente wo sich sein Schnabel in Richtung Hals senkte und anlehnde. Die Nickhaut am Auge schloss sich und für Sekunden hatte es den Anschein als würde er schlummern. Aber nur für einen kurzen Moment. Wie aus einem Sekundenschlaf erwacht hob er wieder den Kopf und kontrollierte. Um 17°° Uhr zeigte das vorhergesagte Tiefdruckgebiet Wirkung. Ein Sturm kam auf. Plötzlich stand er auf und verließ das Nest. Ich schaute auf die Eier und sah, dass eins bereits zerbrochen war. Etwas braunes, nass gefiedertes versuchte aus der verbleibenden Eierschale zu entschlüpfen. Was ihm allerdings sehr schwer viel und sich lange hinzog. Währenddessen öffnete ich das linke Fenster des Anglerstuhles und sah im Abstand von 30 Metern zum Nest beide Alttiere stehen. Aber nein sie standen nicht, nein sie tanzten. Sie rissen die Flügel hoch und sprangen hin und her. Zweifellos hatten sie bemerkt was im Nest vor sich ging und freuten sich darüber. Bei meinen vielen Kranichansitzen und Beobachtungen ist mir oft die Vermutung gekommen, dass Kraniche vielleicht auch Emotionen und Gefühle zeigen können. Wenn es dafür noch einen entscheidenten Beweis bedurfte, dann war es dieser eine Moment den ich in diesem stürmischen Erlenbruch erleben durfte. Es lief mir eiskalt den Rücken herunter und ich freute mich mit ihnen. Ich glaube, dass Kraniche genau wie wir Menschen Liebe, Glück und Freude aber auch Schmerz und Leid empfinden können. Deshalb sollten wir Menschen diesen Geschöpfen eine entsprechende Achtung und Respekt entgegen bringen.

Kurz nach dem Schlupf begab sich ein Alttier wieder ans Nest und brütete weiter. 18³° Uhr verließ er wieder das Nest und auch das zweite Ei war zerbrochen. Eigentlich sollte der Schlupf des zweiten Kükens erst nach 24 Stunden erfolgen, aber bei diesem Nest war alles anders. Ich hatte die Befürchtung, dass ich am nächsten Morgen das Nest verlassen vorfinden würde. Aber die Nacht war kalt und es regnete ständig. Am nächsten Morgen saßen zwei wunderschöne Wollknäuel im Nest die ihre Umgebung ständig erforschen wollten. Das Alttier versuchte beide Küken unter sein Gefieder zu bekommen, um sie zu wärmen. Aber meistens blieb immer eins außen vor. Im laufe des Tages stieg die Temperatur auf 17° Grad. Offensichtlich warm genug, denn die jungen Kraniche wollten nicht unter das Gefieder, sie wollten was erleben. Ein Küken kletterte bis an den Nestrand und fiel doch tatsächlich ins Wasser. Darauf hatte ich gehofft, denn ich wußte, dass junge Kraniche sofort schwimmen können und nun habe ich es auch erleben dürfen. Gekonnt paddelte er ein wenig herum und begab sich dann wieder auf`s Nest und diesmal auch unter das wärmende Gefieder.

Es waren zwei wunderbare Tage die ich an diesem Ort verbringen konnte. Ich hoffe, dass die dabei entstandenen Bilder und Filmaufnahmen dazu beitragen werden, dass sich noch mehr Menschen für den Schutz des Kranichs engagieren.


Eisvogel - Die Liebe der Eisvögel, 18.04.16

  • Eisvogel
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Ein kurzer markanter Pfiff und plötzlich saß er auf dem Ast vor mir. Eisi hatte einen tollen Fisch im Schnabel. Dieser zappelte noch stark, doch Eisi machte kurzen Prozess und schlug ihn mehrfach auf dem Ast bis er ruhig war. Er schluckte ihn aber nicht runter sondern fing an zu rufen. Und da kam sie auch promt, seine Angebetete "Eisine". Ganz deutlich zu erkennen an ihrem roten Unterschnabel. Sie landete auf dem selben Ast. Der Abstand zwischen beiden betrug ca. 30 cm. Langsam tippelten sie aufeinander zu. Beide waren sehr aufgeregt, vor allem Eisi. Jetzt durfte nichts schief gehen. Er musste perfekt sein und überzeugen. Eisvögel schlucken ihre Beute mit dem Kopf voran. Gekonnt drehte er den Fisch in seinem Schnabel, so dass der Kopf des Fisches in Richtung Eisine zeigte. Nun waren beide ganz nah. Eisine riss ihren Schnabel ganz weit auf. Perfekt legte er den Fisch in ihren Schnabel; eine Meisterleistung. Sie nahm das Brautgeschenk und schluckte es herunter. Eisi war hocherfreut. Er wurde ganz schmal, legte das Gefieder an und hob vom Ast ab. 20 cm über Eisine setzte er zum Rüttelflug an und landete ganz sanft auf ihr. Die "Liebe der Eisvögel" ist nicht besonders zärtlich, denn mit seinem Schnabel hielt er sich an den Kopffedern von Eisine fest, um nicht abzurutschen. Aber sie war das wohl gewohnt und nahm es Eisi nicht übel. Das ganze dauerte nur ca. 5 Sekunden. Drei Jahre hatte ich darauf gewartet und heute hat es endlich geklappt. Noch dazu von der Seite, bei bestem Licht und schönem Hintergrund. Viermal trieben sie es noch an diesem Tag. Dann hatte Eisi keine Lust mehr. Er widmete sich dem Bau seiner Brutröhre. Das war weniger stressig. Eisine machte auch mit. Wenn beide mal wieder auf dem Ast landeten, hatten sie verschmutzte Schnäbel die sie auf dem Ast reinigten. Es war toll die beiden einen Tag lang zu beobachten. Ich hoffe, dass ihre Bemühungen auch zu einem Bruterfolg führen.


Sumpfohreule - Bei den Sumpfohreulen in Cuxhaven, 16.02.16

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5°° Uhr drehte ich den Zündschlüssel. Es sollte eine lange Reise werden. 480 km lagen vor mir. Ziel war eine Hundewiese in Cuxhaven. Sicherlich nicht die bekannteste touristische Attraktion in diesem Ort, aber für mich war diese Hundewiese höchst interessant. Ein guter Freund gab mir den Hinweis, dass sich seit Ende Dezember dort einige Sumpfohreulen tummeln. Sumpfohreulen sind tagaktiv und die Hundewiese beherbergt eine riesige Mäusepopulation. Also war Action vorprogrammiert. Für Actionfotografie braucht man hohe Verschlusszeiten und die gelingen nur bei entsprechend viel Licht. Leider war das Wetter in den letzten Wochen dafür nicht geeignet. Sturmböen und Regen wechselten sich ständig ab. Für diesen Freitag sahen die Prognosen bei wetter.de  ganz gut aus, während bei wetter.com für den ganzen Tag leichter Regen angesagt war. Aber zu wetter.com später mehr. Auf dem Hinweg holte ich in Gifhorn noch meinen Freund Thomas Hardt ab. Gemeinsam macht so ein Fotoansitz natürlich viel mehr Spaß. Als wir uns der Küste näherten riss der Himmel auf und es gab Sonne satt mit wenig Wind, und das den ganzen Tag lang. Ein Hoch auf die Jungs von wetter.com. Gegen 10³° Uhr trafen wir in Cuxhaven ein. Die Hundewiese war nicht zu verfehlen. Diagonal durch die Wiese verlief ein asphaltierter Fahrradweg auf dem bereits um die 25 Fotografen standen. Der geschätzte Wert der Fotoausrüstungen vor Ort betrug so um die 200.000,00 €. Rechts und links vom Weg jagten die Sumpfohreulen. Es waren drei Stück. Hin und wieder ließen sie sich im Gras nieder. Der Abstand betrug manchmal nur 5 m. Sie hatten so gut wie keine Scheu vor Menschen. Nur wenn ab und zu ein Hund ihnen zu nahe kam, flogen sie auf. Leider lag auf der gesamten Wiese nur ein Ast auf dem sie sich niederlassen konnten. Fotografisch war dieser Ast natürlich sehr begehrt. Aber der Höhepunkt sollte noch kommen. Es gesellte sich noch ein anderer Protagonist hinzu, ein Turmfalke, den niemand so recht für voll nahm. Auch die Eulen nicht. Doch das sollte sich schlagartig ändern. Sobald eine Sumpfohreule mit einer erbeuteten Maus vom Boden abhob, griff der Turmfalke an. In 10 m Höhe kam es zu einem regelrechten Luftkampf. Mit optimalen Licht im Rücken versuchte ich die Eule, da sie wesentlich größer als der Turmfalke war, im Sucher zu behalten und führte das Objektiv entsprechend nach. Ich hoffte nur, dass mein Autofokus jetzt nicht schlapp machen würde. Das tat er glücklicherweise auch nicht. Wie Maschinengewehrsalven lösten rechts und links von mir die Kameras der anderen Fotografen aus. Es war ein einzigartiges Naturschauspiel. Der kleinere Turmfalke griff die Sumpfohreule solange an, bis diese schließlich die Maus verlor. Beide jagten der Maus im Sturzflug hinterher. Der Falke war schneller, schnappte sich die Maus und flog als Sieger, bekleidet vom Jubel der zuschauenden Spaziergänger und Fotografen, davon. Geniale Momente die so schnell nicht wieder fotografisch einzufangen sind. Dessen waren wir uns alle einig. Bezüglich der Wettervorhersage gab es von den anderen Naturfotografen den Hinweis, es doch mal auf windfinder.de zu versuchen. Deren Vorhersage traf nämlich genau zu.

Nach einem abschließenden Käffchen in der Seglermesse begaben wir uns gegen 16°° Uhr wieder auf den Heimweg. Es war ein wunderbarer Tag und die lange Reise hatte sich gelohnt.


Bartmeise, Sperber, Fasan - Kiesgrube im Winter – keine Langeweile, 07.03.15

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Trostlos und leer erscheint die Kiesgrube im Winter. Aber wer genau hinschaut entdeckt im Schilf die flinken Bartmeisen. Nur schwer bekommt man sie vor dieKamera. Sie sind unheimlich schnell und ständig in Bewegung. Aber immerhin hielten sie sich den ganzen Winter über in den Schilfflächen der Kiesgrube auf und so gelangen mir ein paar gute Aufnahmen.

Vor meinem Fotoansitz habe ich einige Futterstellen für Singvögel eingerichtet, die regelmäßig befüllt werden. Goldammern, Rotkehlchen, Blau- und Kohlmeisen, Grünfinken und Feldsperlinge nehmen davon rege Gebrauch. Ab und zu lässt sich auch mal ein Fasan blicken.
Die Wettervorhersage versprach gutes Licht und so begab ich mich erwartungsvoll in den Ansitz. lch plante An- und Abflugaufnahmen von Singvögeln zu machen.
Aber alles war irgendwie ganz anders. An den Futterschalen, die gefüllt waren mit Maisschrot und Blaumohn, waren nur wenige Feldsperlinge, die ständig beunruhigt wegflogen. Ein Schwarm Grünfinken saß in einem weiter entfernten Baum und kam nicht an die Futterstelle. Meisen und Goldammern ließen sich auch nicht blicken. Was war der Grund dafür?
Plötzlich schoss ein Greifvogel an meinem Ansitz vorbei. Knapp über der Schilffläche jagte er hinweg. Der schnelle Verfolgungsflug und die plötzlichen Richtungswechsel, teilweise bis zu 90°, waren ein eindeutiger Hinweis. Hier jagte ein Sperber. Senkrecht stürzte er sich in das Schilf hinein, um einen der dorthin geflüchteten Sperlinge zu schlagen. Manchmal wartete er im Schilf versteckt bis zu 20 min. Aber keiner der Sperlinge lies sich blicken.
Ein Nachführen meines Objektives war bei dieser hohen Fluggeschwindigkeit unmöglich. So beobachtete ich seine Jagdstrategie mit dem Fernglas.
Plötzlich schoss er aus dem Schilf hoch Richtung Abbruchkante direkt auf meinen Ansitz zu. Er lies sich auf einem der Ansitzäste nieder, die eigentlich für die Bienenfresser im Mai vorgesehen waren. Der Abstand von 7 m war genau richtig. Er saß bildfüllend direkt vor meiner Linse. Das Licht war perfekt und der böige Wind blies in sein Gefieder. lch hielt meinen Fernauslöser gedrückt, denn ich wusste er würde nicht lange dort verweilen. Nach 20 Sekunden schoss er wieder davon und ich konnte jubeln. Damit hatte ich nicht gerechnet. Einen Sperber in freier Wildbahn so nah vor die Linse zu bekommen, war pures Glück und wird in naher Zukunft wahrscheinlich auch nicht so schnell wieder vorkommen.

Zum krönenden Abschluss kam doch tatsächlich noch zielgerichtet ein Fasanenhahn auf die Abbruchkante. Er wusste ganz genau woFasanenmischung zu finden war. Der Fotoansitz ist so angeordnet, dass ich mit ihm auf gleicher Höhe war. Mit einem Porträt bedankte er sich für das teure Futter. Der Ansitz hatte sich gelohnt. Nach 4 Stunden zog ich mich vorsichtig wieder zurück. Wieder einmal kam alles ganz anders als wie es geplant war und genau das macht Naturfotografie so spannend. Ein Virus dem man hoffnungslos erlegen ist.


Schönes neues Jahr 2015, 01.01.15

Ich wünsche allen Naturfreunden ein erfolgreiches und vor allem gesundes neues Jahr 2015 mit vielen schönen Naturbeobachtungen.